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Aschermittwoch

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Schulgemeinschaft,

heute ist Aschermittwoch, wir stehen am Beginn der Fastenzeit. In „normalen“ Jahren treffen wir uns nach einem lustigen Faschingsdienstag an diesem Tag zu einem spirituellen Impuls in der Kapelle und lassen uns das Aschenkreuz auflegen. Heuer ist auch das anders. Wir konnten in diesem Jahr kein einziges Fest in der Schulgemeinschaft so feiern, wie wir es kennen. Wir müssen immer noch Abstand halten, Masken tragen und sehr vorsichtig sein.

Vielleicht denken jetzt viele von euch: Für mich beginnt keine Fastenzeit, ich faste ohnehin schon lange. Das stimmt. Seit fast einem Jahr fasten wir: im Hinblick auf Begegnungen, auf Berührungen, auf gemeinsames Feiern, auf Reisen. Diese Liste des Verzichts lässt sich leider noch verlängern und macht viele von uns traurig.

In der Bibel hat das Fasten eine positive Bedeutung. Deshalb möchten wir heute eure Aufmerksamkeit auf den Propheten Jesaja lenken. Jesaja hat einen ganz speziellen Zugang zum Fasten. Für ihn ist fasten, wenn Unrecht beseitigt wird, gegen Hunger, Obdachlosigkeit und Armut gekämpft wird und der Kontakt zu den Mitmenschen gesucht wird.

 

Wir laden euch ein, die Fastenzeit 2021 so zu beginnen, wie es der Prophet Jesaja uns empfiehlt. Nehmt diese Gedanken mit, dann können wir uns in den Religionsstunden darüber austauschen und weiterdenken.

 

Wir wünschen Euch einen schönen Tag, einen guten Beginn der Fastenzeit und geben Euch folgendes Gebet mit:

 

Eure Religionslehrerinnen und Religionslehrer

 

Lass dir erzählen, Gott, wie es uns geht.

In diesen Tagen. Wo alles so anders ist.

So durcheinander.

Wo die Sonne lacht und wir die Freude vergessen.

Wo die Natur neues Leben hervorbringt und wir in Ängsten sind.

 

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.

Den Alten in den Pflegeheimen, die wir noch immer nicht besuchen dürfen wie sonst.

Und den Kranken, die die meiste Zeit ohne ihre Lieben in den Krankenhäusern sind.

Allen Menschen, die in ihren Wohnungen bleiben müssen und die Einsamkeit fürchten.

 

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.

Uns Kindern: Wir spüren die Sorge der Erwachsenen.

Uns Jugendlichen: Wir müssen schon so lange auf Unternehmungen verzichten.

Den Eltern und Lehrern, die jetzt so viele Lösungen finden müssen.

Allen Menschen, die um ihre Existenz fürchten.

 

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.

Den Menschen, die sowieso schon am Ende ihrer Kräfte sind,

in den Flüchtlingslagern in Griechenland und anderswo.

Und lass dir erzählen von den vielen Menschen, dort und hier, die helfen und nicht müde werden.

 

Gott, schütte sanft deinen Trost über uns aus. Der uns umhüllt. Und Segen dazu.

Der uns immun macht gegen die Panik.

Sage zu unserem ängstlichen Herzen: „Beruhige dich.“

Sprich zu unserer verzagten Seele: „Ja, die Gefahr ist da. Aber ich bin bei dir.“

Und noch dazu und allem zum Trotz: Gib uns die Freude wieder. An der Sonne. An der aufbrechenden Natur. An den Menschen, die wir lieben. An dir, du Gott des Lebens. Damit wir mutig durch diese Zeit gehen können. Amen

 

Doris Joachim

© Zentrum Verkündigung der EKHN

 

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